DZ Bank warnt Politik vor zu tiefen Eingriffen

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05. März 2019
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Matthias Goldschmidt

Die DZ Bank hat die Pläne der Bundesregierung für eine neue Industriepolitik scharf kritisiert. Es sei besser, den Grundsätzen der sozialen Marktwirtschaft mehr Platz einzuräumen und an der Attraktivität des Standorts zu arbeiten. Ansatzpunkte hierfür seien etwa die Steuerpolitik und die Regulatorik.

Der Vorstand der DZ Bank hat in der Diskussion um eine neue Industriepolitik für Deutschland scharf gegen Pläne der Bundesregierung geschossen. „Ich mache mir inzwischen ein wenig Sorgen um den Wirtschaftsstandort Deutschland, weil die Politik glaubt, sie müsse Rezepte aus totalitären Staaten nachempfinden, um Deutschland als Wirtschaftsstandort mit den Chinesen oder anderen auf Augenhöhe zu bringen“, sagte Uwe Fröhlich, Co-Vorstandsvorsitzender der DZ Bank auf der Bilanzpressekonferenz des Instituts. Stattdessen sollte man den Grundsätzen der sozialen Marktwirtschaft mehr Platz einräumen und eher an der Attraktivität des Standorts arbeiten,„als dass man glaubt, als Staat mehr eingreifen zu müssen“.

 

Ansatzpunkte gebe es genug, beispielsweise die Steuerpolitik und die Frage der Regulatorik, „wie weit steht man den Unternehmern auf den Füßen und übrigens auch den Banken“, so Fröhlich. Die Politik würde gut daran tun, „wenn sie uns ein bisschen mehr Freiraum gibt.“

 

Das zunehmende Interesse am Wirtschafts- und Finanzstandort sei erst einmal etwas Positives, fügte der andere Co-Vorstandsvorsitzende Cornelius Riese hinzu. Aber statt sich mit Leitplanken und Papieren für nationale Champions zu beschäftigen, sollte die Politik lieber Felder wie Entbürokratisierung, Energiewende, Digitalisierung und Steuerpolitik angehen. „Dann wäre uns schon viel geholfen." (DJN)

 

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