EZB erwartet deutlich niedrigeres Wachstum für 2019

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07. März 2019
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Hans Bentzien

Die Europäische Zentralbank (EZB) muss sich auf ein deutlich schwächeres Wachstum mit einer niedrigeren Inflation einstellen. Nach Aussage von EZB-Präsident Mario Draghi rechnet der volkswirtschaftliche Stab der EZB für 2019 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von nur noch 1,1 (bisher: 1,7) Prozent.

Die Prognose für 2020 wurde mit 1,6 (1,7) und die für 2021 mit 1,5 (1,5) Prozent angegeben. Die Risiken für diesen Ausblick seien noch abwärtsgerichtet; allerdings dürften die den Ausblick schwächenden Faktoren mit der Zeit schwinden.

Auch die Inflationsaussichten schätzt der EZB-Stab laut Draghi schwächer als im Dezember ein. Die Inflationsprognosen wurden auf 1,2 (1,6), 1,5 (1,7) und 1,6 (1,8) Prozent gesenkt. Die Kerninflationsprognosen werden erst nah dem Ende von Draghis Pressekonferenz veröffentlicht.

Draghi sagte, die über den gesamten Prognosehorizont gesenkten Inflationsprognosen beruhten hauptsächlich auf dem schwächeren kurzfristigen Wachstumsausblick.

Zuvor hatte der EZB-Rat unveränderte Leitzinsen bis mindestens Ende 2019 angekündigt, nachdem er bisher konstante Zinsen "über den Sommer 2019" zugesagt hatte. Zudem wurde eine dritte Serie langfristiger Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO3) angekündigt, deren Konditionen allerdings nicht mehr so großzügig sein werden wie die der ab 2020 fälligen TLTRO2. (DJN)

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